Sachsenlandhalle Glauchau

Ostform- Funktional und langlebig- Formgestaltung in der DDR

18.06.2020 - 31.08.2020, 10:00 - 17:00 Uhr

Kuratoren Sybille und Thomas Heinicke Öffnungszeiten Donnerstag - Sonntag

Die Besucher begeben sich auf die Reise in eine sehr produktive und innovative Schaffensperiode, die beinahe in Vergessenheit zu geraten schien, jetzt allerdings sowohl national als auch international eine sehr beachtenswerte Renaissance erlebt. Eine breit gefächerte Auswahl an Ausstellungsobjekten aus den verschiedensten Bereichen vermittelt einen partiellen Eindruck über den Alltag in der DDR.

Einige der gezeigten Gebrauchsgegenstände werden beim Besucher positive, aber auch negative Erinnerungen aufleben lassen; einige Objekte sind vielleicht in einigen Haushalten noch in Funktion. Knappe Rohstoffe und kreative Gestalter waren zumeist die Voraussetzung für oft zeitlose, funktionale und langlebige Gebrauchsgegenstände in bauhäuslicher Tradition.

Die Ausstellung soll Teile der Geschichte des ostdeutschen Designs oder auch industrielle Formgestaltung als Bestandteil der gesamtdeutschen Industriekultur seit 1945 zeigen.

Ausgewählte Entwicklungen und Ergebnisse der industriellen Formgestaltung in den Jahren der DDR zeigen, dass Objekte, Geräte oder Alltagsgegenstände von hohem ästhetischem Wert und ausgeprägter Funktionalität geschaffen wurden.

Nach der Einstellung der Produktion mit dem Ende der DDR und nunmehr mit fast 30 Jahren Abstand wirken viele der Objekte erstaunlich frisch und gehören zum Besten der damaligen Industrieproduktion, sowohl im nationalen als auch im internationalen Vergleich.

Viele Museen im In- und Ausland, sogar bis in die Vereinigten Staaten von Amerika, erkennen die gestalterische Substanz der Ausstellungsobjekte und so bilden diese einen Bestandteil der ständigen Ausstellungen dieser Museen.

Eines von zahlreichen Objekten ist der so genannte Schaukelwagen des international bekannten Bildhauers Prof. Hans Brockhage.

Brockhage schöpfte viele seiner Ideen aus der Tradition des Bauhauses.

Funktionalität und Ästhetik sind in der Summe die Ausgangsform dieses genialen Schaukelwagens, der sich als einfaches Spielgerät zum Designmaßstab entwickelte. Ausgezeichnet an der Ulmer Hochschule, auf der Triennale in Mailand prämiert, im Museum of Modern Art in New York gezeigt und bei Sotheby's versteigert.

Ein weiteres Beispiel ist die heute legendäre Thermoskanne der Gestalterin Margarete Jahny, die von der „taz“ als die „Schönste Kanne der Welt“ bezeichnet wird.

Selbstverständlich sind beide Stücke in der Ausstellung vertreten; ebenso wie insgesamt mehr als 200 weitere Objekte.

Die einzelnen Objekte sollen im Rahmen der Ausstellung auf besondere Weise in Szene gesetzt werden, um ihre Wirkung auf künstlerischem und gestalterischem Wege innerhalb des Raumes zu verstärken, die Zusammenstellung stellt hierbei eine große Besonderheit dar.

Neben den herausragenden Objekten der Formgestaltung werden Einzelobjekte der 60er Jahre des 20.Jhdt.s aus den Bereichen Möbel und Kunsthandwerk gezeigt, um diesen letzten, eigenständigen und internationalen Stil aus Sicht der DDR-Produktion zu würdigen und zu dokumentieren. Die intime, wohnliche Atmosphäre dieser Zeit weist Einflüsse des Art Nouveau vom Übergang des 19. zum 20.Jhdt. auf, was sich u.a. durch die Verwendung organischer Formen und Farben erklären lässt.

Die Ausstellung ist vom 18. Juni bis zum 31. August im Kultursaal unserer Sachsenlandhalle zu sehen.

Öffnungszeiten:
donnerstags – sonntags 10:00 Uhr -17:00 Uhr

Foto: AppelGrips

Veranstaltungsort: Kultursaal

Tickets

Karten für diese Veranstaltung sind nur an der Tages/Abendkasse erhältlich!